Felix Mendelssohn Bartholdy prägte als Komponist, Pianist und Dirigent die Musik des 19. Jahrhunderts. In seiner Zeit als Gewandhauskapellmeister von 1835 bis 1847 festigte er Leipzigs Ruf als Musikstadt von Weltrang. Sein im Spannungsfeld zwischen jüdischer Herkunft und christlicher Prägung entstandenes Werk bildet den Kern der Festtage. Neben Mendelssohn rückt das Festivalprogramm weitere jüdische Komponistinnen und Komponisten in den Mittelpunkt. Das Programm umfasst Klavier- und Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen und zeigt die stilistische Breite sowie die historische Tiefe dieses musikalischen Erbes.
Ein Höhepunkt ist das Eröffnungskonzert am 1. November im Gewandhaus. Dort überreicht Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung den Internationalen Mendelssohn-Preis Leipzig 2026. Angela Merkel erhält die Auszeichnung in der Kategorie "Europa" für ihre Verdienste um die Einigung und den Zusammenhalt Europas. Jörg Widmann wird in der Kategorie "Musik" als Klarinettist, Dirigent und Komponist geehrt. Der Preis erinnert an die antijüdischen Ressentiments gegenüber Mendelssohn, die in der Zerstörung des Leipziger Mendelssohn-Denkmals durch die Nationalsozialisten ihren Tiefpunkt fanden.
Literarische und tänzerische Akzente erweitern das Programm: Schauspieler Ulrich Matthes verleiht Mendelssohns "Konzert zur Todesstunde" eine literarische Dimension. Die Oper Leipzig beteiligt sich mit einer neuen Ballettproduktion von Juliano Nunes zu Mendelssohns "Ein Sommernachtstraum". Mit den Konzerten im Mendelssohn-Haus und im Gewandhaus schaffen die Festtage eine Verbindung mit authentischen Orten von Mendelssohns Wirken in Leipzig.