Auwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands. Diese Wälder entstehen dort, wo Flüsse regelmäßig über ihre Ufer treten. Während der Hochwasserphase können Bäume wochenlang im Wasser stehen. Monate später ist der Boden wieder trocken. Dieser ständige Wechsel schafft ein hochdynamisches Ökosystem.
Jetzt, im Frühling, zeigt sich die Kraft dieser Natur. Unter den noch kahlen Bäumen erstreckt sich ein Meer von Frühblühern – Märzenbecher, Scharbockskraut, Lerchensporn, Buschwindröschen und Bärlauch. Gleichzeitig erwacht die Vogelwelt: Spechte klopfen ihre Trommeln, Vögel stimmen vielstimmig an, der Rotmilan kreist in der Luft. Mit Glück entdecken Besuchende einen Eisvogel, der über die Wasseroberfläche fliegt.
Die beste Gelegenheit, diese Naturschönheiten zu erkunden, bietet ein Spaziergang durch den Auwald, etwa im nahegelegenen Schlosspark Lützschena. Nebenan lohnt sich ein Besuch der kostenfreien Auen-Ausstellung in der Auwaldstation – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen informativ und spannend. Für Schwindelfreie bietet die Aussichtsplattform einen Blick hinein in die Baumkrone und einen Rundumblick über die nähere Umgebung.
Wer möchte, kann den Wald außerdem ab der S-Bahn-Station "Markkleeberg Nord" genauer erkunden: Von dort aus erreichen Wandernde nach etwa 25 Minuten den 46 Hektar großen Wildpark Leipzig, in dem unter anderem Rehe, Wisents und Luchse leben. Über einen Bootsverleih vor Ort können Besuchende darüber hinaus die Natur vom Wasser aus genießen. Zu Fuß geht es weiter entlang der Pleiße vorbei an der Galopprennbahn Scheibenholz, durch den Clara-Zetkin-Park bis zur S-Bahn-Station Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Tour ist bequem in 2 Stunden zu absolvieren.