Am 28. April 1961 öffnete auf dem Cyriaksberg im Westen Erfurts die Erste Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder ihre Tore. Entworfen vom Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner, entstand ein Ensemble aus Beeten, Ausstellungshallen und Pavillonbauten im Stil der Nachkriegsmoderne. 1992 wurde die Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt, 2019 war er als einziger Park Teil der bundesweiten "Grand Tour der Moderne". 2021 war der egapark zentrales Ausstellungsgelände der Bundesgartenschau.
Im Jubiläumsjahr 2026 erinnert das große Blumenbeet nun an seinen eigenen Ursprung: 127.000 Blumenzwiebeln und rund 77.000 Blumen formen farbintensive Pflanzornamente in leuchtendem Gelb, Orange und Rot – eine Gestaltung, die sich an der Gestaltung von 1966 orientiert. Das weiße Band der Völkerfreundschaft von damals ist einem grünen Flanierweg gewichen, der Besuchende nah an die Blütenpracht heranführt.
Neben dem Blumenbeet prägen eine Vielzahl von Themengärten den Park: Rosengarten, Staudenschau, Lilien- und Irisgarten, Japanischer Fels- und Wassergarten sowie ein dem Staudenpapst Karl Förster gewidmetes Areal zeigen die gärtnerische Bandbreite. Historische Sammlungen wie Begonien, über 200 Dahlien-Sorten und Fuchsien in großer Vielfalt stehen für die botanische Kompetenz des Parks. Das Wüsten- und Urwaldhaus Danakil, seit der BUGA 2021 ein fester Anlaufpunkt mit jährlich 100.000 Besuchenden, verbindet Naturerlebnis mit Gastronomie und Veranstaltungsfläche.
Zum Jubiläum laden gleich mehrere Ausstellungen zur Zeitreise ein. In Halle 1 zeigt vom 1. Mai bis 6. Juni eine Schau prägende Momente aus 65 Jahren Parkgeschichte, von der iga 1961 bis in die Gegenwart. Die Freiluftausstellung "Die iga. Ein Park der Moderne" macht ab Ende April auf 65 Infostelen verschwunden geglaubte Relikte der Parkgeschichte sichtbar. Ab 14. August eröffnet im Deutschen Gartenbaumuseum die Sonderausstellung iga*61. DDR durch die Blume", mit Originalexponaten, Dokumenten und Filmzeitzeugenberichten über die politische und gesellschaftliche Dimension der iga 1961. 11 Führungen und Fachvorträge von April bis Oktober begleiten das Programm.