Leckeres aus der Heimat

Jede Region ist einzigartig. Neben landschaftlichen Besonderheiten definieren sich die Menschen gern über ihre Traditionen. Speisen und Getränke tragen wesentlich zur Identität der Heimat bei. Wie schmeckt die denn?

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind einzigartig und haben jeweils unterschiedliche Traditionen. Das merken Besucher natürlich auch beim Blick in die Speisekarten von Gasthäusern und Cafés. Von Stadt zu Stadt gibt es spezielle Kulinarik, die aus der Tradition und der Historie heraus entstanden ist und auf die die Einheimischen stolz sind. Ein Besuch in den Küchen und Backstuben.

Meißen: Ein Gebäck so zart wie Porzellan

Im 18. Jahrhundert soll es gewesen sein, da verkehrten zwischen Meißen und Dresden regelmäßig Kuriere im Auftrag von König August dem Starken. Sie transportierten Meißner Porzellan, waren aber auch dem guten Meißner Wein sehr zugetan. Und so kam es wohl des Öfteren vor, dass das wertvolle Transportgut unterwegs beschädigt wurde, zum Ärger des Königs. Der befahl deshalb der Bäckerzunft zu Meißen, ein leicht zerbrechliches Gebäck herzustellen, welches die Kuriere bei ihrem Eintreffen in Dresden vollständig vorzuzeigen hatten. Die Meißner Fummel war geboren.
Es handelt sich dabei um einen Hohlkörper aus hauchdünnem Teig, ähnlich einem unregelmäßigen, runden "Ballon". Das Gebäck können Besucher heute noch probieren. In der Meißner Altstadt bietet die Bäckerei Zieger die Fummel an.

Mit der S 1 bis Meißen Altstadt, dann 10 Minuten Fußweg.

konditorei-zieger.de

Salzwedel: Jeder Bissen ein Unikat

Er ist der "König der Kuchen", ein Gebäck mit langer Tradition und ein Stück Heimat für die Menschen in der Altmark: der Salzwedeler Baumkuchen. Nur lizenzierte Bäcker dürfen den Baumkuchen herstellen und auch so nennen. Das Rezept, nach dem noch heute gebacken wird, stammt aus dem Jahr 1808. Es beinhaltet strenge Regeln. So darf keine Margarine anstelle von Butter benutzt werden. Auch Backpulver gehört nicht in den Teig. Über 85 Tonnen des Traditionsgebäcks stellt die Salzwedeler Baumkuchenbetriebe Bosse GmbH pro Jahr her, etwa 25 Tonnen davon in der Adventszeit.

Mit den Nahverkehrszügen bis Salzwedel, dann 15 Minuten Fußweg bis zur Schaubäckerei.

salzwedelerbaumkuchen.de

Leipzig: Lerchen zum Kaffee

Früher waren Singvögel eine Delikatesse in Leipzig, diese Zeiten sind schon lange vorbei. An die Tradition von damals erinnert heute ein süßes Gebäck: Die Leipziger Lerchen sind kleine Makronentörtchen aus Mürbeteig gefüllt mit Marzipan und Marmelade. Ein leckerer Genuss, der hervorragend zur Kaffeehauskultur der Stadt passt. Zahlreiche kleine Cafés in der Altstadt erinnern daran, wie die Menschen früher beim Kaffee die freie Zeit genossen haben.

Café Corso
Mit der S 1, S 2, S 3, S 4, S 5, S 5X oder S 6 bis Wilhelm-Leuschner-Platz, dann 5 Minuten Fußweg.

Café Riquet
Mit der S 1, S 2, S 3, S 4, S 5, S 5X oder S 6 bis Markt, dann 5 Minuten Fußweg.

Kaffeeschnüfflertour corsoela.de riquethaus.de

Stadt Wehlen: Kleine "Glücklichmacher" aus der Sächsischen Schweiz

Seit 2012 ist in der Stadt Wehlen Meister Karamellus am Werk. Die kleine Manufaktur fertigt mit viel Herzblut Bonbons nach eigenen Designs. Das Handwerk der Bonbonkocher reicht bis ins Mittelalter zurück, damals nannten sie sich noch Zuckerbäcker. Laden und Onlineshop von Meister Karamellus sind ein wahres Paradies für Naschkatzen. Unbekannte Geschmacksrichtungen und ständig neue Kreationen laden zum Probieren in eine süße Fantasiewelt ein. Verwendet werden überwiegend Zutaten aus natürlichen Rohstoffen wie Naturfarbstoffe aus Roter Bete oder der gelben Färberdistel. Wer selbst einmal in der Werkstatt aktiv werden möchte, kann sich zum Bonbonkurs anmelden. Zudem finden Dienstag bis Sonntag, 14 und 16 Uhr, Schauvorführungen statt.

Mit der S 1 bis Stadt Wehlen, dann mit der Fähre über die Elbe und in 5 Minuten Fußweg zu Meister Karamellus.

karamellus.de