Geheimnisvolles Thüringen

Die etwas andere Entdeckungstour

Jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten können Ausflügler sagenhafte Schätze und ein Labyrinth aus Kellern entdecken. Die wechselhafte Geschichte der Städte hat viele Facetten, die sich nicht auf den ersten Blick offenbaren und spannende Einblicke gewähren.

Stadttour mit Überraschungseffekt

Gotha unterirdisch entdecken

Schloss Friedenstein ist von einer der stärksten barocken Festungsanlagen Mitteldeutschlands umgeben – den Kasematten. Die können auf einer ca. 300 m langen unterirdischen Tour besichtigt werden. Unterwegs gibt es Schartenkammern, Büchsengalerien und Hinterwehre zu sehen – Besucher bekommen einen Eindruck, wie hier früher die Beschützer von Gotha unterirdisch gelebt und gearbeitet haben.

Mit den Nahverkehrszügen bis Gotha, dann 15 Minuten Fußweg oder mit dem Bus C oder E bis Herzogliches Museum, dann 5 Minuten Fußweg.

gotha-adelt.de/kasematten-gotha

Geraer Höhler

Tief unter der Erde gibt es in Gera ein einzigartiges Netzwerk aus 200 Kellern zu entdecken. Die sind im 16. und 17 Jahrhundert entstanden - ursprünglich um das selbst gebraute Bier in Fässern zu lagern. Die sogenannten Höhler wurden kreuz und quer, neben- und übereinander liegend, und manchmal auch aneinander stoßend gebaut. Bei Führungen erfahren Gäste, welche Güter noch in den Kellern gelagert wurden.

Mit den Nahverkehrszügen bis Gera Hbf, dann mit der Straßenbahn 1 bis Gera Heinrichstraße, 5 Minuten Fußweg.

museen-gera.de/museen/historische-hoehler

Krämerbrücke Erfurt

Eine Stadt in der Stadt - so kann die berühmte Krämerbrücke genannt werden. Zwischen den beiden Flussufern spazieren Fußgänger auf einer engen Straße zwischen den kleinen Läden, Galerien und Werkstätten. Die Brücke gilt als die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Seit der Entstehung im 14. Jahrhundert hat sie viel erlebt. Ein kleines Museum informiert darüber, welche Teile erhalten geblieben sind.

Mit den Nahverkehrszügen bis Erfurt Hbf, dann mit der Straßenbahn 3, 4 oder 6 bis Fischmarkt/Rathaus, kurzer Fußweg.

kraemerbruecke.de

Luthers ungeliebte Brüder

Martin Luther hat vielerorts in Thüringen seine Spuren hinterlassen. Sein Name ist tief verbunden mit der Reformation, die den Glauben und den Alltag noch heute nicht nur in Deutschland bestimmt. Dabei war Martin Luther nicht er Einzige, der diesen gesellschaftlich-religiösen Umbruch bewirkt hat. Auch andere Denker und Intellektuelle haben dazu publiziert und gesprochen – nicht unbedingt zu Luthers Gefallen. Die Stadt Mühlhausen lüftet das Geheimnis um die ungeliebten Brüder mit einer Dauerausstellung im Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche.

Mit den Nahverkehrszügen bis Mühlhausen, dann mit dem Bus 2 oder 5 bis Untermarkt, kurzer Fußweg.

mhl-museen.de

Bach in Gefangenschaft

Die Gier ist dem großen Komponisten Johann Sebastian Bach zum Verhängnis geworden und hat ihn in eine Weimarer Gefängniszelle gebracht. Dieses Detail aus der Biografie des großen Meisters kennen nur wenige – am Ort des Geschehens können Besucher heute noch sehen, wo genau Bach festgehalten wurde. Bach hatte neben seiner Anstellung als Konzertmeister eine zweite Stelle angenommen und doppelt Lohn kassiert. Die Arresträume im Torhaus am Ensemble Bastille sind heute zum Teil noch mit Sitzbänken und Anker-Ösen für die eisernen Fesseln erhalten. Besucher erleben die interaktive Ausstellung Bach in Weimar und hören dann sicher auch dieses dunkle Kapitel aus der Biografie des Komponisten.


Mit den Nahverkehrszügen bis Weimar Hbf, dann mit dem Bus 1 bis Weimar, Friedensstraße/ Atrium, 10 Minuten Fußweg.

thueringerschloesser.de