Willkommen im Gartenland Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt haben sich über 50 Gärten und Parks zum Netzwerk Gartenträume zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen die Initiatoren die teils historischen Anlagen bewahren, sanieren und für das Publikum zugänglich machen. In diesem Jahr wird das 20-jährige Jubiläum gefeiert. Im Gespräch mit Geschäftsstellenleiterin Felicitas Remmert.

Gartenträume Sachsen-Anhalt - was erleben die Besucher bei Ihnen?

Das Netzwerk Gartenträume lädt zu einer Zeitreise durch 400 Jahre Gartenkunst ein. Gäste können durch Barockgärten wandeln, die mit ihren bunten Beeten, lebendigen Wasserspielen und prächtigen Skulpturen das höfische Leben im 17. und 18. Jahrhundert widerspiegeln. In malerischen Landschaftsgärten, die im 18. und 19. Jahrhundert ganz im Zeichen der Aufklärung entstanden, lässt sich die meisterhafte englische Landschaftskunst erleben. Anlagen mit botanischer Fülle begeistern duftenden Blumen und Baumriesen aus ferner Zeit.

Was macht das Gartenland Sachsen-Anhalt denn insgesamt aus?

Die Mischung macht's: Es gibt weltbekannte Leuchttürme wie das UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz und das Europa-Rosarium Sangerhausen sowie regional beliebte Gartenoasen wie der Barockgarten Hundisburg oder die Klostergärten in Drübeck. Die 50 Gartenträume-Parks wurden aus rund 1.000 Gartendenkmalen des Landes ausgewählt - wer sich interessiert, kann also noch viel mehr Gartenkunst entdecken. Und es gibt in Sachsen-Anhalt etliche Privatgärten, die für Besucher zugänglich sind.

20 Jahre Gartenträume - was hat sich in dieser Zeit in den Parks verändert?

In fast allen Anlagen fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt, um den jeweiligen Park nach historischem Vorbild wiederherzustellen. Grundlage dafür waren denkmalpflegerische Konzeptionen, denn bis auf den Elbauenpark in Magdeburg sind alle Gartenträume-Parks denkmalgeschützt. Natürlich hat sich auch touristisch viel entwickelt: historische Gebäude werden heute als Cafés oder Ferienwohnungen genutzt - ein einmaliges Ambiente.

Wie profitiert die Region von den Gartenträumen?

Gästeumfragen zeigen, dass der Besuch von Parks und Gärten bei Touristen sehr beliebt ist. Die Parks sind die perfekte Verbindung von Kultur und Natur und stärken als eine der Markensäulen Sachsen-Anhalts die Tourismuswirtschaft. Und die Anlagen sind auch für Anwohner ungeheuer wichtig. Sie stehen für Erholung, Inspiration, Begegnung und Gesundheit - mit einem Wort: Lebensqualität.

Broschüren mit allen Informationen zu den Gärten und Parks im Netzwerk sowie zum Festjahr gibt es kostenfrei hier: 0391 5934251

www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de

Gartenträume erleben

Gartenstadt Magdeburg

In kaum einer Stadt Deutschlands gibt es mehr Parks und Gärten als in Magdeburg. Gleich vier der grünen Oasen gehören zu den Gartenträumen. Den Herrenkrugpark im englischen Stil prägen mächtige alte Bäume. Die Anlage gilt als ältester Landschaftspark der Stadt. Der Elbauenpark begeistert mit seiner vielfältigen Gartenarchitektur und zahlreichen Kulturangeboten, Sport- und Spielplätzen. Das Gelände wurde 1999 anlässlich der 25. Bundesgartenschau angelegt. Rotehorn bietet auf einer Insel in der Elbe ausgedehnte Wiesen- und Gehölzflächen - der Park gilt als grüne Lunge mitten in Magdeburg. Und der Klosterbergegarten ist der erste Volksgarten im deutschsprachigen Raum überhaupt – entstanden nach Entwürfen des Gartenbaumeisters Lenné, der bei der Gestaltung Wert auf das Ideal der Harmonie zwischen Mensch, Kunst und Natur legte.

Mit den Nahverkehrszügen bis Magdeburg Hbf, dann Fußweg oder Weiterfahrt mit Bus und Straßenbahn.

magdeburg-tourist.de

Dessau – Gartenträume mit Unesco-Siegel

Der Landschaftspark Wörlitz ist ein Muss für Gartenliebhaber. Das Gartenreich trägt stolz das UNESCO-Welterbe-Siegel. Dort präsentiert sich ein harmonisches Miteinander von Skulpturen, Baumgruppen, Brücken, Gebäuden und Gewässern. Den besten Blick haben Besucher, wenn sie in einer der Gondeln über den See fahren.

gartenreich.de

Mit den Nahverkehrszügen bis Dessau-Rosslau Hbf, dann mit der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn oder dem Bus 304 bis zum Landschaftspark.

Auch direkt in Dessau gibt es eine grüne Oase. Schloss und Park Georgium befinden sich nur wenige Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt. Die Gestalter ließen sich damit im 18. Jahrhundert von Reisen nach England und Italien inspirieren. Besucher spazieren von einem kunstvoll angelegten Landschaftsgarten in eine natürliche Landschaft. Zudem befindet sich der Tierpark Dessau im Georgium. Auch hier schätzen Besucher die Kombination aus dem Erleben der Tiere und dem gepflegten Park.

Mit den Nahverkehrszügen bis Dessau-Rosslau Hbf, dann 10 Minuten Fußweg bis zum Georgium.

tourismus.dessau-rosslau.de

Halle - Gartenkunst mit viel Geschichte

Halle (Saale) ist mit drei seiner Gärten in den Gartenträumen vertreten. Der Amtsgarten - unmittelbar an der Burg Giebichenstein gelegen - ist in der Zeit des Barocks entstanden. Besucher entdecken thematisch unterschiedlich gestaltete Terrassengärten zu Rhododendron, Rosen und Zierblumen. Wertvolle alte Solitärbäume und seltene Arten wie Ginkgo, Lederhülsenbaum und Schnurbaum wachsen ebenfalls in dem Garten.

Reichardts Garten ist der ehemalige Privatgarten des Komponisten Johann Friedrich Reichardt und wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Goethe, Novalis und Brentano haben ihn hier besucht und die Gartenkunst bewundert. Im Botanische Garten laden thematisch gegliederte Freilandpflanzensammlungen, der Garten mit den alpinen Pflanzen sowie die Wald- und Steppengebiete zur floralen Weltreise ein. Die Sternwarte auf dem Gelände ist ebenfalls einen Besuch wert. Sie wurde 1787/88 von Carl Gotthard Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores in Berlin, errichtet.

Mit den Nahverkehrszügen bis Halle Hbf, dann Fußweg oder Weiterfahrt mit Bus und Straßenbahn.

halle365.de

Köthen - fürstlicher Gartengenuss

Der Schlosspark wurde ursprünglich als Renaissanceanlage gestaltet, erfuhr im 19. Jahrhundert aber eine Umgestaltung nach englischem Vorbild. Elemente beider Gestaltungsepochen sind noch heute zu sehen. Die Sonderausstellung "Schlosspark Köthen - Lebensraum und Gartentraum" widmet sich der Entstehung und der besonderen Charakteristik der Anlage. Sie ist bis 29. November im Schloss zu sehen.

Mit den Nahverkehrszügen bis Köthen, dann 15 Minuten Fußweg.

bachstadt-koethen.de