Rider auf dem Reitbahnsee

Ein Erlebnisbericht von Maria Marggraf: Das Geschenk zum Geburtstag klingt verheißungsvoll. Wir machen einen Familienausflug nach Neubrandenburg, kündigt mein Sohn an. Ungläubig schaue ich auf den Gutschein: Wasserskifahren auf dem Reitbahnsee. Ich??? Das kann jeder, muntert er mich auf. Immerhin war der jüngste Skipilot auf der Anlage drei Jahre und der älteste 77, meint er. Da schaffe ich taffe Mutter das doch locker! Die Sonne scheint, die Familie freut sich auf den Ausflug in die Stadt der vier Tore, schwimmen kann ich auch, also gut: auf nach Neubrandenburg!

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An der Wasserskiseilbahn, etwa 20 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt, ist schon jede Menge los. Ich schaue mich erst einmal um. Hier werden die Wasserskifahrer, exakt: die Rider, nicht vom Boot über den See gezogen, sondern von einem fest installierten Seil. Das hängt in 9,50 Metern Höhe an fünf Masten. Eine komplette Runde ist 845 Meter lang, gleichzeitig können zehn Rider über den See jagen. Eigentlich sieht das ganz einfach aus. Die Familie macht es sich auf der Wiese gemütlich und ich gehe zum Tresen, bekomme Helm, Schwimmweste und Neoprenanzug. In dieses winzige Ding soll ich reinpassen? Ich zwänge mich in meine zweite Haut und überlege, dass ich weniger Kuchen essen sollte … Bevor es losgeht, schaue ich mir als Anfänger ein Video an mit Sicherheitsinfos und allem Pipapo.

Am Startsteg sieht der kleine Reitbahnsee plötzlich gar nicht mehr so klein aus. Und den soll ich wirklich mit 30 km/h umrunden? Die Hindernisse und Schanzen, die weiß und herausfordernd aus dem Wasser ragen, werde ich natürlich umfahren. Die sind eher was für erfahrene Fahrer. Ich schlüpfe in die beiden Skier und hocke mich hin. Der Starter vom Wasserskiteam reicht mir die Hantel, einen Griff, der mich mit dem Seil verbindet. Ein kräftiger Ruck und ich gleite übers Wasser. Jedenfalls für drei, vier Meter. Dann verliere ich das Gleichgewicht, lasse die Hantel los und gehe baden. Ich schnappe mir die Skier, wate ans Ufer und laufe zurück zum Start. Nächster Versuch. Es klappt schon besser. Ich komme ein paar Meter weiter … und versinke wieder in den Fluten. Jetzt ist mein Ehrgeiz geweckt.

Der Starter gibt mir den Rat, ein bisschen länger in der Hocke zu bleiben. Na, geht doch! Die gerade Strecke kriege ich ganz gut hin. Ich bin schon viel lockerer und riskiere sogar einen Blick auf Neubrandenburgs Häuser, die über die Baumwipfel ragen. In der Kurve haut es mich wieder raus. An meiner Balance muss ich noch arbeiten. Beim nächsten Versuch schaffe ich die volle Runde.

Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Glücklich, aber ziemlich geschafft, treffe ich mich im Restaurant mit meiner Familie. Von hier aus können wir den Ridern wunderbar zugucken. Mein Sohn schaut lange den Wakeboardern hinterher, die geschickt über die Schanzen springen. Und erwähnt so ganz nebenbei seinen Geburtstag in vier Wochen.

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